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Nach turbulentem Jubiläumsjahr motiviert ins Jahr 2012

Andreas Arendt, kommissarischer Vorsitzender des DRK-Ortsverbands Weil am Rhein, will Rotkreuzarbeit stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken.

WEIL AM RHEIN. 2011 war ein großes Jahr für das Deutsche Rote Kreuz: Die beiden Ortsverbände im Stadtgebiet, das DRK Weil am Rhein und das DRK Haltingen, feierten ihr 100-jähriges Bestehen und präsentierten sich und ihre Arbeit dabei mit mehreren Veranstaltungen der Öffentlichkeit. Die Hoffnungen, im Zuge der Jubiläumsfeiern auch neue Mitglieder in größerer Zahl zu gewinnen, erfüllte sich aber nur bedingt. "Immerhin einen aktiven Helfer konnten wir dank des Jubiläums bei uns begrüßen", freut sich Andreas Arendt, der Zweite Vorsitzende des DRK-Ortsverbands Weil am Rhein, der zurzeit kommissarisch die Amtsgeschäfte führt. Er hat ein turbulentes Jahr hinter sich, legte doch der Vorsitzende Klaus Storz im Sommer mitten in den Vorbereitungen zu den Jubiläumsfeiern sein Amt nieder. "Das war ein richtiger Kraftakt", sagt Arendt und dankt noch einmal Silvia Gehde, die das Weiler DRK mit großem Engagement und mit starker Hand durch die Jubiläumsmonate führte und die sich bei der Hauptversammlung im November nicht mehr zur Wahl stellte.

Andreas Arendt übernahm von Gehde sowohl das Stellvertreteramt als auch die kommissarische Leitung. "Ich würde zwar den Vorsitz ganz übernehmen, aber ich weiß nicht, ob ich beruflich in Weil bleiben kann", sagt der 25-Jährige, der schon einige Gespräche mit potenziellen Bewerbern geführt hat. Diese hätten sich aber die Strukturen und die Arbeit im Ortsverband offenbar anders vorgestellt.

Über die Außenwirkung der 100-Jahr-Feiern äußert sich Arendt indes begeistert: "Die Bevölkerung war voll mit dabei und hat vor allem bei unserer Präsentation auf dem Vorplatz der Einkauf-Insel mitgezogen." Öffentlichkeitsarbeit hält er für unverzichtbar, um die Arbeit des Roten Kreuzes im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. Daher möchte er künftig ein- bis zweimal pro Jahr mit speziellen Aktionen die Leistungen des Ortsverbands publikumswirksam präsentieren. "Wir sind ja nicht nur im Sanitätswesen tätig, sondern kommen auch bei Bränden, Unfällen und Katastrophen aller Art zum Einsatz", gibt der kommissarische Vorsitzende zu bedenken.

18 Aktive engagieren sich derzeit in der Bereitschaft, wobei an jedem Wochenende zwei bis drei Veranstaltungen betreut werden müssen, unter anderem beim SV Weil und beim Rollhockey. Bislang wurden diese Leistungen auf Spendenbasis geleistet, doch künftig will Andreas Arendt hier die Gebührenordnung für Sanitätswachdienste des DRK-Kreisverbands Lörrach umsetzen. Auch sonst will er bei der Finanzierung der Ortsverbandsarbeit neue Wege gehen: Neben der normalen Mitgliedschaft sollen Menschen, die sich nicht fest binden möchten, die Möglichkeit erhalten, als Förderer aufzutreten. Zwar zählt der DRK-Ortsverband im Augenblick etwa 1410 Mitglieder, doch geht die Zahl seit geraumer Zeit stetig zurück.

Im Übrigen kann sich Arendt auch vorstellen, verstärkt mit dem benachbarten Ortsverband Haltingen zusammenzuarbeiten. "Wir führen jetzt schon einen regen Austausch und es ist klar, dass wir gemeinsam noch stärker sein können", meint er. Mut macht dem kommissarischen Vorsitzenden auch die Tatsache, dass das von Daniela Rühle und ihm wieder aufgebaute Jugendrotkreuz sich prächtig entwickelt. "Das gibt mir Zuversicht für die Zukunft und wir gehen hoch motiviert in 2012", sagt Andreas Arendt.

 

erschienen in der Badischen Zeitung am 04.01.2012

4. Januar 2012 08:24 Uhr. Alter: 50 Tage